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Plattformökonomie: Stand der Forschung

2. März 2026 durch
Plattformökonomie: Stand der Forschung
Steinbeis-Beratungszentrum Electronic Business (SBZEB)

Die Plattformökonomie hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der prägendsten wirtschaftlichen Phänomene entwickelt. Heute zählen mehrere der wertvollsten Unternehmen der Welt zu Plattformanbietern, und ihre Geschäftsmodelle verändern Wertschöpfungsketten, Marktmechanismen und Wettbewerbsdynamiken grundlegend.

Der vorliegende Beitrag bietet einen strukturierten Überblick über die wissenschaftliche Diskussion und zeigt, welche Themen die Forschung besonders beschäftigen.


Was unter Plattformökonomie verstanden wird


Plattformen werden als digitale Infrastrukturen beschrieben, die Angebot und Nachfrage effizient zusammenbringen. Sie ermöglichen neue Geschäftsmodelle, die durch mobile Technologien, nahezu flächendeckendes Internet und datengetriebene Prozesse entstehen. Daten gelten dabei zunehmend als zentrale Ressource und „Währung“ digitaler Märkte.


Zentrale Erkenntnisse aus den drei Themenfeldern Economics, Technical und Governance


1. Economic – Geschäftsmodelle im Wandel

Die Forschung zeigt, dass Plattformen traditionelle Geschäftsmodelle herausfordern und neue Wertschöpfungslogiken ermöglichen. Besonders für KMU entstehen Chancen, Geschäftsmodelle zu erneuern oder datenbasierte Marktplätze zu nutzen. Auch Branchen wie die Automobilindustrie erleben einen Wandel hin zu Plattform- und Serviceorientierung.


2. Technical – Technologien als Treiber

Technologien wie IoT, KI, Big Data, Blockchain sowie Virtual und Augmented Reality prägen die Weiterentwicklung der Plattformökonomie. APIs spielen eine Schlüsselrolle, da sie Drittanbietern Zugang ermöglichen und Ökosysteme erweitern. Ebenso wird die Gestaltung skalierbarer Plattformarchitekturen intensiv diskutiert.


3. Governance – Regulierung, Vertrauen und neue Organisationsformen

Dieser Bereich ist am breitesten erforscht. Wichtige Themen sind:

  • Strategien für KMU, um in Plattformmärkte einzusteigen

  • Vertrauen und Reputation, inklusive der Frage, wie Bewertungen zwischen Plattformen übertragbar sind

  • Datengenossenschaften als demokratische Alternative zu Big-Tech-Plattformen

  • Kartellrecht und Regulierung, insbesondere im internationalen Vergleich

  • Arbeitsbedingungen in der Gig- und Sharing Economy


Fazit und Ausblick


Die Plattformökonomie bleibt ein dynamisches Forschungsfeld. Die Zahl der wissenschaftlichen Beiträge steigt kontinuierlich, was den hohen Bedarf an Orientierung und Regulierung widerspiegelt. Künftige Forschung wird sich verstärkt mit neuen Technologien, globalen Regulierungsansätzen und alternativen Organisationsformen wie Datengenossenschaften beschäftigen.



Die vollständige Arbeit ist Teil des Bands 3, Anwendung Informationsmanagement, der Schriftenreihe Wirtschaftsinformatik und kann kostenlos über den Shop der Steinbeis Edition heruntergeladen werden:


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