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Strategische Unternehmensentwicklung: Was moderne Vorgehensmodelle heute leisten müssen

12. Februar 2026 durch
Strategische Unternehmensentwicklung: Was moderne Vorgehensmodelle heute leisten müssen
Steinbeis-Beratungszentrum Electronic Business (SBZEB)

Unternehmen stehen unter enormem Veränderungsdruck: Märkte wandeln sich schneller, Kundenerwartungen steigen, Innovationen müssen in immer kürzeren Zyklen umgesetzt werden. Eine klare, gut strukturierte Strategie ist deshalb kein „Nice-to-have“, sondern ein zentraler Erfolgsfaktor. Doch wie entwickelt man eine solche Strategie systematisch und wirksam?

Eine umfassende Literaturrecherche zu aktuellen Vorgehensmodellen der Strategieentwicklung zeigt: Es gibt zahlreiche Ansätze – von kompakten Drei-Phasen-Modellen bis hin zu hochdetaillierten Zwölf-Schritte-Prozessen. Trotz ihrer Unterschiede lassen sich klare Muster, Trends und Erfolgsfaktoren erkennen, die für Organisationen jeder Größe relevant sind.


Warum strukturierte Strategieentwicklung heute wichtiger ist denn je

 
Unternehmen müssen Entscheidungen unter Unsicherheit treffen, Interessenskonflikte moderieren und gleichzeitig langfristige Ziele definieren. Viele Herausforderungen entstehen, weil:

  • Ziele oft unklar oder schwer messbar sind

  • zu wenige Perspektiven in den Prozess einbezogen werden

  • Entscheidungen auf Basis von Annahmen statt fundierter Analysen getroffen werden

Strukturierte Vorgehensmodelle schaffen hier Orientierung. Sie helfen, den Prozess nachvollziehbar zu gestalten, Entscheidungen zu fundieren und strategische Maßnahmen konsequent abzuleiten.


Was die Analyse von 13 etablierten Vorgehensmodellen zeigt

 
Die untersuchten Modelle unterscheiden sich stark in Umfang, Detailtiefe und Zielgruppe. Einige richten sich speziell an KMU, andere an global agierende Unternehmen. Dennoch lassen sich gemeinsame Grundelemente erkennen.

1. Jede Strategie beginnt mit einer fundierten Ist-Analyse

Fast alle Modelle starten mit einer Analyse interner und externer Faktoren: Märkte, Wettbewerb, Kunden, Produkte, Prozesse, Ressourcen. Tools wie SWOT, PEST, Szenarioanalyse oder Porter’s Five Forces werden häufig empfohlen.

2. Vision, Mission und Werte bilden den Zielrahmen

Die Soll-Position eines Unternehmens wird über Vision, Mission und Werte definiert. Sie geben Orientierung und schaffen ein gemeinsames Verständnis für die strategische Ausrichtung.

3. Strategische Optionen werden entwickelt und bewertet

Viele Modelle sehen eine Phase vor, in der unterschiedliche strategische Wege entwickelt, verglichen und priorisiert werden.

4. Workshops spielen eine immer größere Rolle

Strategieworkshops gelten als zentrales Element, um Wissen zu bündeln, Perspektiven einzubeziehen und Commitment zu schaffen.

5. Umsetzung und Monitoring werden zunehmend integriert

Einige Modelle beziehen die Umsetzung bereits in den Entwicklungsprozess ein – inklusive Maßnahmenplanung, Roadmaps und Monitoring. Hier kommt häufig die Balanced Scorecard zum Einsatz.


Unterstützende Tools: Balanced Scorecard und SWOT

Balanced Scorecard

Ein bewährtes Instrument zur Strategieumsetzung. Sie übersetzt Vision und Strategie in konkrete Ziele und Kennzahlen aus vier Perspektiven:

  • Finanzen

  • Kunden

  • Interne Prozesse

  • Potenziale / Lernen & Entwicklung

Sie dient als Brücke zwischen strategischer und operativer Ebene.

SWOT-Analyse

Ein Klassiker der strategischen Analyse. Sie strukturiert:

  • Stärken

  • Schwächen

  • Chancen

  • Risiken

Die SWOT eignet sich besonders gut für die frühe Phase der Strategieentwicklung und wird in vielen Modellen explizit empfohlen.


Trends in der Strategieentwicklung

 
Die Literatur zeigt klare Entwicklungen:

  • Weg von statischen Modellen – hin zu dynamischen, flexiblen Prozessen

  • Mehr Fokus auf Zukunftsorientierung statt reiner Vergangenheitsanalyse

  • Zunehmende Bedeutung von Workshops und kollaborativen Formaten

  • Stärkere Integration von Tools zur Umsetzung und Erfolgsmessung

  • Wachsende Relevanz von Kreativität und Innovation im Strategieprozess


Fazit: Was Organisationen daraus mitnehmen können

 
Die Analyse macht deutlich: Es gibt nicht das eine perfekte Vorgehensmodell. Entscheidend ist, dass der Prozess:

  • strukturiert, aber flexibel ist

  • Analyse und Kreativität verbindet

  • Mitarbeitende einbindet

  • klare Ziele und Maßnahmen ableitet

  • ein Monitoring vorsieht

Für KMU, öffentliche Einrichtungen und Organisationen, die ihre strategische Ausrichtung schärfen wollen, bieten die beschriebenen Modelle wertvolle Orientierung. Gleichzeitig zeigt sich, dass moderne Strategieentwicklung mehr ist als ein linearer Prozess: Sie ist ein lernender, iterativer und zunehmend kollaborativer Ansatz.


Die vollständige Arbeit ist Teil des Sammelbands 4, Forschung Informationsmanagement, der Schriftenreihe Wirtschaftsinformatik und kann kostenlos über den Shop der Steinbeis Edition heruntergeladen werden


Zum Download