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Prozessanalyse & Prozessautomatisierung: Was Unternehmen heute wirklich brauchen

15 February 2026 by
Prozessanalyse & Prozessautomatisierung: Was Unternehmen heute wirklich brauchen
Steinbeis-Beratungszentrum Electronic Business (SBZEB)

Digitale Unternehmen stehen vor einer zentralen Herausforderung: Sie sitzen auf riesigen Datenmengen – aber nutzen sie oft nicht. Moderne Technologien wie Process Mining und Robotic Process Automation (RPA) helfen dabei, Prozesse transparent zu machen, Engpässe aufzudecken und wiederkehrende Aufgaben zu automatisieren. Eine aktuelle Forschungsarbeit zeigt anhand zweier fiktiver Unternehmen, wie das in der Praxis funktioniert – und wo Stolpersteine liegen.


Warum Process Mining und RPA heute unverzichtbar sind


ERP-Systeme wie SAP S/4HANA erzeugen täglich tausende Ereignisdaten. In ihnen steckt wertvolles Wissen über Abläufe, Verzögerungen und Optimierungspotenziale. Process Mining macht diese Daten sichtbar:‑Systeme wie SAP S/4HANA erzeugen täglich tausende Ereignisdaten. In ihnen steckt wertvolles Wissen über Abläufe, Verzögerungen und Optimierungspotenziale. Process Mining macht diese Daten sichtbar:

  • Wie laufen Prozesse wirklich ab?

  • Wo entstehen Wartezeiten?

  • Welche Varianten treten auf – und welche davon sind unerwünscht?

RPA setzt genau dort an: Sobald klar ist, welche Schritte standardisiert und regelbasiert sind, können Software-Bots diese Aufgaben übernehmen – schnell, fehlerfrei und rund um die Uhr Bots diese Aufgaben übernehmen – schnell, fehlerfrei und rund um die Uhr.


Welche Tools im Markt führend sind


Die Studie orientiert sich am Gartner Magic Quadrant und fokussiert auf die Marktführer:

Process Mining

  • Celonis EMS Leistungsstark, skalierbar, mit eigener Abfragesprache (PQL) und innovativen Funktionen wie Process Sphere und Business Miner. Herausforderung: steile Lernkurve und hoher Implementierungsaufwand.

RPA

  • UiPath Eine umfassende Low‑Code‑Plattform mit RPA, App‑Entwicklung, Dokumentenverarbeitung und Cloud‑Bereitstellung. Herausforderung: Einarbeitung und teilweise ausbaufähiger Support für Einsteiger.

Beide Tools wurden für die prototypische Umsetzung ausgewählt.


Datenextraktion aus SAP S/4HANA – ein kritischer Erfolgsfaktor


Bevor Process Mining starten kann, müssen Event Logs aus SAP extrahiert werden. Die Studie zeigt zwei Wege:‑Logs aus SAP extrahiert werden. Die Studie zeigt zwei Wege:

  1. Direkte Datenverbindung (Extractor, API, Berechtigungen, Delta Loads)‑Loads)

  2. Export & manueller Import (CSV/XML, Excel Vorbereitung, Transformation)‑Vorbereitung, Transformation)

Wichtig:

  • tiefes Verständnis der SAP Tabellenstrukturen‑Tabellenstrukturen

  • enge Zusammenarbeit mit Administratoren

  • saubere Datenqualität

Gerade für KMU ist dieser Schritt oft die größte Hürde.


Process Mining in der Praxis: Analyse eines Fahrradvermietungsprozesses


Am Beispiel des SAP-Modellunternehmens „Global Bike Sharing“ der SAP University Alliance wurde ein kompletter Prozess analysiert. Erkenntnisse:

  • Durchschnittliche Durchlaufzeit: 188 Minuten

  • Happy Path umfasst 6 Schritte – aber nur 25,6 % der Fälle folgen ihm

  • Unerwünschte Aktivitäten wie „Fehler melden“ oder „Bonität prüfen“ verlängern den Prozess erheblich

  • Die Bonitätsprüfung ist ein idealer Automatisierungskandidat (tritt in 25 % der Fälle auf und dauert im Schnitt 155 Minuten)

Die Analyse zeigt: Process Mining liefert nicht nur Transparenz, sondern klare Prioritäten für Automatisierung.


RPA in der Praxis: Automatisierung eines SAP-Prozesses


Für die prototypische Automatisierung wurde ein Prozess des SAP-Modellunternehmens „Global Bike Inc.“ im Rahmen der SAP University Alliance gewählt: Material anlegen in SAP S/4HANA.

Manuell: 2–5 Minuten automatisiert: wenige Sekunden

UiPath Studio ermöglicht die Erstellung eines Bots über:

  • Workflow‑Definition

  • UI‑Selektoren

  • SAP Verbindung‑Verbindung

  • Iteratives Testen

  • Veröffentlichung im UiPath Orchestrator

Die Studie zeigt deutlich: RPA lohnt sich besonders bei häufigen, regelbasierten und zeitintensiven Tätigkeiten.


Herausforderungen, die Unternehmen kennen sollten


Die prototypische Umsetzung macht sichtbar, wo es in der Praxis hakt:

1. Datenextraktion aus SAP

Komplex, berechtigungsintensiv, technisch anspruchsvoll.

2. Tool-Komplexität‑Komplexität

Celonis und UiPath sind mächtig – aber erfordern Einarbeitung und Erfahrung.

3. Prozessauswahl

Nicht jeder Prozess eignet sich für RPA. Process Mining hilft, die richtigen Kandidaten zu finden.

4. Change Management

Automatisierungen müssen gepflegt werden, da sich Prozesse und Systeme ändern.


Fazit: Ein klarer Weg zu effizienteren Prozessen


Die Studie zeigt eindrucksvoll, wie Process Mining und RPA zusammenspielen:

  1. Daten sichtbar machen

  2. Ineffizienzen identifizieren

  3. Automatisierungspotenziale priorisieren

  4. Bots entwickeln und produktiv setzen

  5. Kontinuierlich optimieren

Für Unternehmen – gerade im Mittelstand – bedeutet das: Weniger manuelle Arbeit, schnellere Abläufe, weniger Fehler und mehr Fokus auf wertschöpfende Tätigkeiten.

Für eine Weiterführung empfiehlt die Studie, die analysierten Prozesse vollständig in SAP abzubilden, um Automatisierungen direkt im realen System zu messen und weiterzuentwickeln.


Die vollständige Arbeit ist Teil des Bands 5, Forschung Informationsmanagement, der Schriftenreihe Wirtschaftsinformatik und kann kostenlos über den Shop der Steinbeis Edition heruntergeladen werden: 


Zum Download