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Stammdatenmanagement im Internet of Things (IoT): Warum saubere Daten zur Grundvoraussetzung werden

27 February 2026 by
Stammdatenmanagement im Internet of Things (IoT): Warum saubere Daten zur Grundvoraussetzung werden
Steinbeis-Beratungszentrum Electronic Business (SBZEB)

Das Internet of Things (IoT) verändert die Art, wie Unternehmen arbeiten: 

Milliarden vernetzter Geräte erzeugen kontinuierlich Daten, steuern Prozesse, melden Zustände und ermöglichen völlig neue Geschäftsmodelle. Doch je stärker Maschinen, Sensoren und Anwendungen miteinander kommunizieren, desto wichtiger wird ein Aspekt, der oft unterschätzt wird: Stammdatenmanagement (MDM).

Eine wissenschaftliche Analyse zeigt, welche Rolle MDM im IoT spielt, welche Einsatzszenarien heute bereits sichtbar sind und warum Unternehmen ohne klare Datenstrukturen schnell an Grenzen stoßen.


Warum Stammdaten im IoT unverzichtbar sind


IoT-Systeme erzeugen riesige Datenmengen – oft unstrukturiert, in hoher Geschwindigkeit und in unterschiedlichsten Formaten. Damit diese Daten sinnvoll genutzt werden können, braucht es:

  • eindeutige Identifikatoren für Geräte, Maschinen und Assets

  • konsistente Begriffe, Modelle und Standards

  • klare Regeln für Datenqualität, Pflege und Verantwortlichkeiten

Genau hier setzt Stammdatenmanagement an. Es schafft eine gemeinsame Sprache für Daten und bildet die Grundlage für verlässliche Analysen, Automatisierung und intelligente Services.


Was die Literatur zeigt: MDM wird vor allem auf Systemebene relevant


Die systematische Auswertung von 24 wissenschaftlichen Beiträgen macht deutlich:

  • 80 % der Einsatzszenarien liegen auf der Systemebene des MDM

  • Organisationsebene und Strategieebene sind bisher kaum erforscht

  • Besonders häufig genannt werden:

    • Metadatenmanagement

    • Datenmodellierung

    • Datenqualität

    • Stammdatenintegration

    • Informationsarchitektur

Das zeigt: Im IoT geht es vor allem darum, Daten technisch sauber zu strukturieren, zu modellieren und zu integrieren.


Konkrete Einsatzszenarien im IoT


1. Lebenszyklusmanagement von Stammdaten

IoT-Geräte und Sensoren müssen eindeutig angelegt, gepflegt und deaktiviert werden. Ohne klare Prozesse entstehen Inkonsistenzen, Dubletten oder veraltete Geräteinformationen.

2. Metadatenmanagement & Datenmodellierung

IoT-Daten brauchen Kontext. Metadaten beschreiben, was ein Sensor misst, wie Werte zu interpretieren sind und wie Geräte miteinander in Beziehung stehen. MDM unterstützt hier durch:

  • einheitliche Datenmodelle

  • Glossare und Standards

  • konsistente Terminologien

Gerade in Smart Cities oder Industrie‑4.0‑Umgebungen ist das essenziell.

3. Qualitätsmanagement

IoT-Daten sind nur so gut wie ihre Qualität. MDM hilft bei:

  • Dublettenprüfung

  • Datenbereinigung

  • Anreicherung mit Referenzdaten

Das ist entscheidend für Predictive Maintenance, Prozessoptimierung oder automatisierte Entscheidungen.

4. Stammdatenintegration

IoT-Daten müssen in bestehende Systeme integriert werden – von ERP über MES bis zu Cloud-Plattformen. MDM sorgt für:

  • einheitliche Formate

  • Transformation

  • konsistente Nutzung über Systeme hinweg

5. Informationsarchitektur

IoT benötigt sowohl Echtzeitverarbeitung (Speed Layer) als auch Langzeitanalysen (Batch Layer). MDM liefert die Basis für:

  • historische Stammdaten

  • konsistente Datenhaltung

  • strukturierte Datenmodelle für Analysen

6. Asset- und Device Management

Geräte, Maschinen und Sensoren müssen eindeutig identifizierbar sein. MDM unterstützt:

  • eindeutige IDs

  • Verwaltung von Gerätebeziehungen

  • Integration in IoT-Architekturen wie RAMI 4.0 oder IIRA


Was bedeutet das für Unternehmen?


Die Analyse zeigt klar: Ohne saubere Stammdaten kann IoT sein Potenzial nicht entfalten.

Unternehmen profitieren besonders, wenn sie:

  • frühzeitig einheitliche Datenmodelle definieren

  • klare Verantwortlichkeiten für Stammdaten schaffen

  • Datenqualität aktiv managen

  • IoT-Architekturen mit MDM-Strukturen verbinden

Gerade KMU können dadurch Fehler reduzieren, Prozesse stabilisieren und IoT-Projekte schneller skalieren.


Wo weiterer Forschungsbedarf besteht

Die Studie zeigt auch, dass viele Fragen noch offen sind:

  • Wie lässt sich MDM strategisch im IoT verankern?

  • Welche Rollen und Verantwortlichkeiten braucht es?

  • Wie kann MDM-Echtzeitdatenströme besser unterstützen?

  • Welche Big Data Aspekte (z. B. Veracity, Value) profitieren besonders von MDM?

Hier besteht großes Potenzial für zukünftige Forschung – und für praktische Weiterentwicklungen in Unternehmen.


Die vollständige Arbeit ist Teil des Bands 2, Anwendung Informationsmanagement, der Schriftenreihe Wirtschaftsinformatik und kann kostenlos über den Shop der Steinbeis Edition heruntergeladen werden:


Zum Download